Katastrophenschutz-Leuchtturm in Bad Liebenwerda erfolgreich erprobt

Foto: Frank Claus (LR)

Zweitägiger Probebetrieb im Grundschulzentrum „Robert Reiss“ – Technische und organisatorische Abläufe getestet


Bad Liebenwerda. Die Verbandsgemeinde Liebenwerda hat unter Federführung der Stabsstelle Brand- und Bevölkerungsschutz am Dienstag, den 20. Oktober, und Mittwoch, den 21. Oktober 2026, den Katastrophenschutz-Leuchtturm für den Bereich Bad Liebenwerda im Grundschulzentrum „Robert Reiss“ aufgebaut, in Betrieb genommen und im Rahmen eines zweitägigen Probebetriebes umfassend getestet.
Nach dem ersten erfolgreichen Probebetrieb im Februar dieses Jahres in Mühlberg/Elbe wurde damit der zweite der insgesamt vier vorgesehenen Katastrophenschutz-Leuchttürme innerhalb der Verbandsgemeinde Liebenwerda praktisch erprobt. Ziel war es, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen späteren Betrieb im Krisenfall zu überprüfen, Erfahrungen zu sammeln und weiteren Handlungsbedarf zu erkennen.


Zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung in Krisensituationen


Ein Katastrophenschutz-Leuchtturm ist eine zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung in besonderen Krisen- und Notlagen, insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen, großflächigen Schadensereignissen oder erheblichen Störungen der öffentlichen Versorgung und Kommunikation. Auch mit Blick auf mögliche Zivilschutzlagen gewinnen solche Einrichtungen zunehmend an Bedeutung.
Sie sollen dazu beitragen, der Bevölkerung ein Mindestmaß an Versorgung, Orientierung und Sicherheit zu bieten, wenn wichtige Infrastrukturen wie Strom, Telefon oder Internet zeitweise nicht zur Verfügung stehen.
Zu den wesentlichen Aufgaben und Angeboten eines Katastrophenschutz-Leuchtturms gehören:
die Bereitstellung von Wärme und Aufenthaltsmöglichkeiten,
die Notversorgung mit Trinkwasser,
Möglichkeiten zum Erwärmen mitgebrachter Nahrung,
die Bereitstellung von Erster Hilfe,
Lademöglichkeiten für mobile Kommunikationsgeräte,
die Weitergabe wichtiger und verlässlicher Informationen an die Bevölkerung sowie
die Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit zuständigen Behörden und Hilfsorganisationen.
Die Einrichtungen sind dabei nicht als dauerhafte Notunterkünfte vorgesehen, sondern sollen insbesondere als zeitlich begrenzte Anlauf- und Unterstützungsstellen für die Bevölkerung dienen.


Zwei Tage für Aufbau, technische Erprobung und Dokumentation


Am Dienstag, den 20. Oktober 2026, stand zunächst die umfassende Begehung des Grundschulzentrums „Robert Reiss“ im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden die räumlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb des Katastrophenschutz-Leuchtturms geprüft.
Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Räumlichkeiten für die einzelnen Funktions- und Versorgungsbereiche genutzt werden können, wie die verschiedenen Stationen angeordnet werden müssen und welche organisatorischen Abläufe im tatsächlichen Krisenfall erforderlich sind.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der technischen Infrastruktur. Hierzu gehörten insbesondere die Notstromversorgung einschließlich der erforderlichen Netzeinspeisung, die vorhandenen Medienanschlüsse und Versorgungsleitungen sowie deren Nutzung im Ereignisfall.
Darüber hinaus wurde betrachtet, welche besonderen Maßnahmen bei einer kurzfristigen Inbetriebnahme erforderlich sind und welche organisatorischen, personellen und technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen.
Im Anschluss an die Begehung wurde der Katastrophenschutz-Leuchtturm entsprechend den vorgesehenen Abläufen aufgebaut, eingerichtet und die technische Ausstattung praktisch getestet.
Am Mittwoch, den 21. Oktober 2026, erfolgte eine erneute umfassende Begehung des eingerichteten Standortes. Dabei wurden die einzelnen Stationen und Funktionsbereiche überprüft, die vorgesehenen Abläufe nachvollzogen und die Ergebnisse fotografisch sowie schriftlich dokumentiert.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen insbesondere dazu dienen, die notwendigen Aufbau- und Betriebsabläufe künftig möglichst eindeutig festzulegen, zu vereinheitlichen und für einen tatsächlichen Krisenfall nachvollziehbar zu dokumentieren.

Foto: Frank Claus (LR)


Besichtigung durch Landkreis und Verbandsgemeinde


Am Mittwoch gegen 10:30 Uhr besuchten die Beigeordnete und Dezernentin für Ordnung und kreisliche Entwicklung des Landkreises Elbe-Elster, Susann Kirst, sowie die Verbandsgemeindebürgermeisterin Claudia Sieber den eingerichteten Katastrophenschutz-Leuchtturm.
Im Rahmen einer gemeinsamen Begehung ließen sie sich durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stabsstelle Brand- und Bevölkerungsschutz die einzelnen Funktionsbereiche, die technische Ausstattung und die vorgesehenen organisatorischen Abläufe erläutern.
Dabei kamen die Beteiligten über die praktischen Erfahrungen aus dem Probebetrieb, die besonderen Anforderungen an einen solchen Standort und die noch zu bewältigenden Aufgaben ins Gespräch.
Auch der für den Grundschulbereich zuständige Sachbearbeiter der Verbandsgemeinde Liebenwerda war vor Ort, verschaffte sich einen Überblick über die Nutzung der Räumlichkeiten und beteiligte sich an den erforderlichen Abstimmungen.
Der gemeinsame Austausch verdeutlichte erneut, dass die Vorbereitung und der spätere Betrieb der Katastrophenschutz-Leuchttürme eine enge Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde Liebenwerda, dem Landkreis Elbe-Elster und den verschiedenen beteiligten Verwaltungsbereichen erfordern.


Besonderer Dank an den Bauhof und das Grundschulzentrum


Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofes Bad Liebenwerda, die den zweitägigen Probebetrieb in erheblichem Umfang unterstützten.
Insbesondere beim Transport der umfangreichen Ausstattung, beim Auf- und Abbau, bei der Einrichtung der einzelnen Stationen sowie bei den praktischen Arbeiten während des Probebetriebes leisteten sie einen wesentlichen Beitrag zum erfolgreichen Ablauf der Maßnahme.
Ebenso gilt ein ausdrücklicher Dank den Hausmeistern des Grundschulzentrums „Robert Reiss“, die mit ihrer Unterstützung, ihren Kenntnissen der örtlichen Gegebenheiten und ihren praktischen Hinweisen wesentlich zur Durchführung des Probebetriebes beitrugen.
Die konstruktive und unkomplizierte Zusammenarbeit aller Beteiligten war eine wichtige Voraussetzung dafür, die geplanten Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen erproben zu können.


Weitere organisatorische Vorbereitungen erforderlich


Auch wenn der zweitägige Probebetrieb erfolgreich durchgeführt werden konnte, wurde deutlich, dass bis zur abschließenden organisatorischen Vorbereitung der Katastrophenschutz-Leuchttürme noch verschiedene Aufgaben zu bewältigen sind.
Insbesondere müssen Zuständigkeiten, personelle Besetzungen, technische Abläufe, Materiallogistik sowie die einzelnen Schritte zur Inbetriebnahme und zum laufenden Betrieb weiter geprüft, abgestimmt und verbindlich dokumentiert werden.
Die Erfahrungen aus den bisherigen Probebetrieben in Mühlberg/Elbe und Bad Liebenwerda bilden hierfür eine wichtige Grundlage. Ziel ist es, aus den praktischen Erkenntnissen einen möglichst einheitlichen, verbindlichen und zugleich auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abgestimmten Betreiber- und Ablaufplan zu entwickeln.
Ursprünglich war auch vorgesehen, die Katastrophenschutz-Leuchttürme bereits frühzeitig einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Im Verlauf der bisherigen Vorbereitungen hat sich jedoch gezeigt, dass zunächst die organisatorischen und technischen Grundlagen weiter gefestigt werden müssen.
Erst auf dieser Grundlage soll die Bevölkerung umfassend über die Aufgaben, Standorte, Nutzungsmöglichkeiten und Grenzen der Katastrophenschutz-Leuchttürme informiert werden.
Ein besonderes Anliegen ist es zudem, künftig interessierte Bürgerinnen und Bürger für eine ehrenamtliche Mitarbeit und Unterstützung beim Betrieb der Einrichtungen zu gewinnen. Denn gerade bei länger andauernden Krisenlagen wird neben den vorhandenen Verwaltungs- und Einsatzkräften auch zusätzliches Unterstützungspersonal benötigt.

Foto: Frank Claus (LR)


Vier Katastrophenschutz-Leuchttürme für die Verbandsgemeinde Liebenwerda


Insgesamt sind innerhalb der Verbandsgemeinde Liebenwerda vier Katastrophenschutz-Leuchttürme vorgesehen, jeweils einer für die Bereiche Bad Liebenwerda, Falkenberg/Elster, Mühlberg/Elbe und Uebigau-Wahrenbrück.
Mit den beiden bisher durchgeführten Probebetrieben konnten bereits wichtige praktische Erfahrungen gesammelt werden, die nun auch bei der Vorbereitung und Erprobung der weiteren Standorte berücksichtigt werden sollen.
Ziel ist es, für alle vier Einrichtungen möglichst einheitliche, praktikable und verlässliche Betriebsabläufe zu schaffen, die gleichzeitig die jeweiligen örtlichen Besonderheiten berücksichtigen.
Dabei spielen insbesondere die technischen Voraussetzungen der Gebäude, die Notstromversorgung, die Materiallogistik, die personelle Besetzung sowie die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und weiteren Unterstützungskräften eine wesentliche Rolle.


Katastrophen- und Zivilschutz als gemeinsame Herausforderung


Die zunehmenden Herausforderungen durch extreme Wetterereignisse, großflächige Stromausfälle, Störungen kritischer Infrastrukturen sowie die veränderte sicherheitspolitische Lage verdeutlichen die wachsende Bedeutung einer umfassenden und vorausschauenden Krisenvorsorge.
Dabei müssen neben den klassischen Aufgaben des Katastrophenschutzes zunehmend auch die Anforderungen des Zivilschutzes berücksichtigt werden. Insbesondere mögliche Auswirkungen von Verteidigungs- und Spannungsfällen auf die zivile Bevölkerung, länger andauernde Versorgungsausfälle, eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten sowie die Aufrechterhaltung grundlegender Unterstützungs- und Informationsangebote stellen Bund, Länder, Landkreise und Kommunen vor zusätzliche Herausforderungen.
Die Katastrophenschutz-Leuchttürme können hierbei im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten und vorhandenen Möglichkeiten einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie auch in außergewöhnlichen Krisenlagen als Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen.
Umso wichtiger ist es, die organisatorischen, technischen und personellen Voraussetzungen frühzeitig zu schaffen, die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Einrichtungen weiter zu stärken und die Bevölkerung angemessen in die Krisenvorsorge einzubeziehen.
Mit der schrittweisen Erprobung der vier Katastrophenschutz-Leuchttürme verfolgt die Verbandsgemeinde Liebenwerda das Ziel, ihre kommunalen Vorsorgestrukturen sowohl im Katastrophenschutz als auch mit Blick auf die Anforderungen des Zivilschutzes weiterzuentwickeln.
Der erfolgreiche Probebetrieb in Bad Liebenwerda stellt damit einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung der Krisenfestigkeit und des Schutzes der Bevölkerung innerhalb der Verbandsgemeinde Liebenwerda dar.

(Mitteilung der FF VG Liebenwerda; Die Erstellung der Fotos erfolgte durch Frank Claus (LR), das zur Verfügung stellen dieser durch die FF VG Liebenwerda.)

Verwendung von Cookies und externer Medien

Auf unseren Webseiten werden externe Medien von Drittanbietern eingebunden. Mit Ihrer Bestätigung werden diese dargestellt und Sie stimmen den Datenaustausch mit Drittanbietern zu. Außerdem verwenden wir technisch notwendige Cookies zum Speichern von Login-Daten und Ihrer Einstellung zum Einbinden externer Medien. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Live