Stadt Bad Liebenwerda. Am Samstag, den 26. September 2026, fand der Einheitsdienst West der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Liebenwerda statt. Treffpunkt für die beteiligten Einsatzkräfte war um 09:00 Uhr am Gerätehaus Neuburxdorf.
Im Mittelpunkt des Dienstes stand eine umfangreiche Stationsausbildung mit verschiedenen technischen Einsatzlagen, insbesondere der Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen, technische Hilfeleistung und die Abarbeitung eines Verkehrsunfalls mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug.
Für den Einheitsdienst waren insgesamt 40 Einsatzkräfte eingeplant. Beteiligt waren die Ortswehren Lausitz, Möglenz, Langenrieth, Bad Liebenwerda, Kröbeln und Neuburxdorf. Damit waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Feuerwehrangehörige aus dem westlichen Bereich der Stadt Bad Liebenwerda in die Ausbildung eingebunden.
Ablauf des Dienstes:
Der Dienst begann um 09:00 Uhr mit der Begrüßung und Einteilung der Einsatzkräfte. Ab 09:30 Uhr startete die Stationsausbildung. Für 12:00 Uhr war eine gemeinsame Mittagspause vorgesehen. Anschließend wurde die Stationsausbildung ab 12:30 Uhr fortgesetzt. Um 15:00 Uhr stand schließlich die gemeinsame Auswertung des Ausbildungstages auf dem Programm.
Die einzelnen Ausbildungsstationen:
Station 1 – Technische Unterweisung Futtermischwagen
An der ersten Station erfolgte eine technische Unterweisung an einem Futtermischwagen in Kosilenzien. Dabei konnten sich die Einsatzkräfte mit den besonderen technischen Gegebenheiten solcher landwirtschaftlichen Maschinen beschäftigen. Gerade bei Einsätzen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist es für die Feuerwehr wichtig, Aufbau, Antriebe, bewegliche Teile und mögliche Gefahrenstellen zu kennen. Die Unterweisung wurde von Romano Brzoza (Gruppenführer der Ortswehr Neuburxdorf, Mitarbeiter Landwirtschaft) durchgeführt.
Station 2 – Technische Unterweisung Mähdrescher
Die zweite Station fand in Möglenz statt und beschäftigte sich mit der technischen Unterweisung an einem Mähdrescher. Landwirtschaftliche Erntemaschinen stellen Feuerwehren aufgrund ihrer Größe, komplexen Bauweise und zahlreichen mechanischen beziehungsweise hydraulischen Komponenten vor besondere Herausforderungen. Die Unterweisung übernahm Stephan Lemm (Ortswehrführer der Ortswehr Möglenz).
Station 3 – Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfall
Ein besonderer Schwerpunkt des Ausbildungsdienstes lag auf der technischen Hilfeleistung nach einem Verkehrsunfall zwischen einem Traktor und einem Pkw in Neuburxdorf.
Ein blauer Pkw befand sich unter einem landwirtschaftlichen Anbaugeräts eines Traktors. Das Fahrzeug wurde dabei im Frontbereich massiv beschädigt.

Das Szenario stellte damit eine anspruchsvolle technische Hilfeleistung dar. Für die Einsatzkräfte geht es bei einer solchen Lage nicht nur um das reine Befreien möglicher eingeklemmter Personen, sondern zunächst auch um die Beurteilung und Sicherung der Einsatzstelle, die Stabilisierung der beteiligten Fahrzeuge und die Planung des weiteren Vorgehens, insbesondere um ungewollte Bewegungen bestmöglich zu verhindern.
Gerade die Kombination aus einem schweren landwirtschaftlichen Fahrzeug und einem Pkw macht solche Einsatzlagen besonders anspruchsvoll. Die Kräfte müssen berücksichtigen, dass sich durch die Größe und das Gewicht der landwirtschaftlichen Maschine erhebliche Kräfte auf das Unfallfahrzeug auswirken können. Die technische Hilfeleistung wurde von Tobias Bohne (stellv. Ortswehrführer Neuburxdorf) und Markus Seiler (Ortswehrführer der Ortswehr Lausitz) betreut.
Das Fahrzeug wurde dabei so positioniert, dass eine schwere Kollision mit dem landwirtschaftlichen Arbeitsgerät simuliert werden konnte. Die Front des Pkw war erheblich deformiert und zahlreiche Fahrzeugkomponenten waren sichtbar beschädigt. Damit bot die Übung den Einsatzkräften die Möglichkeit, die bei einem solchen Szenario erforderlichen Maßnahmen praxisnah zu trainieren.
Station 4 – Technische Unterweisung Feldhäcksler
Diese Station sollte sich ebenfalls mit den besonderen technischen Eigenschaften landwirtschaftlicher Maschinen beschäftigen. Gerade Feldhäcksler verfügen über zahlreiche bewegliche und teilweise schwer zugängliche Bauteile, weshalb die Kenntnis über deren Aufbau für spätere technische Hilfeleistungen von großer Bedeutung ist. Diese Station leitete Ralf Heinrich (Feuerwehrmann und Mitarbeiter Landwirtschaft).

Bei größeren Einsatzlagen reicht es häufig nicht aus, dass nur eine einzelne Feuerwehr mit ihrem eigenen Fahrzeug und ihrer eigenen Mannschaft arbeitet. Gerade bei schweren Verkehrsunfällen oder Unfällen mit landwirtschaftlichen Maschinen müssen verschiedene Einsatzkräfte, Fahrzeuge und technische Möglichkeiten koordiniert werden. Durch die Stationsausbildung konnten die Feuerwehrangehörigen dabei unterschiedliche Einsatzbereiche kennenlernen und vorhandenes Wissen praktisch vertiefen. Besonders die dargestellte Übung mit dem Traktor und dem Pkw bot die Möglichkeit, die Zusammenarbeit bei einer komplexen technischen Hilfeleistung zu trainieren.
Fazit
Der Einheitsdienst West am 26.09.2026 war ein umfangreicher Ausbildungstag der Feuerwehren im westlichen Bereich der Stadt Bad Liebenwerda. Mit 40 geplanten Einsatzkräften, mehreren Ortswehren und unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeugen wurden verschiedene technische Einsatzsituationen praxisnah behandelt. Neben der Beschäftigung mit landwirtschaftlichen Maschinen wie Futtermischwagen, Mähdrescher und Feldhäcksler lag ein besonderer Schwerpunkt auf der technischen Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall zwischen einer Messerwalze inkl. Zugfahrzeug und einem Pkw.
Die realitätsnahe Darstellung des Unfallgeschehens ermöglichte es den Einsatzkräften, sich mit den besonderen Herausforderungen solcher Einsatzlagen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig stärkt eine gemeinsame Stationsausbildung die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ortswehren und schafft ein einheitlicheres Vorgehen für den Ernstfall. Der heutige Einheitsdienst zeigte damit eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßige und praxisnahe Ausbildung für die Feuerwehren ist – insbesondere bei Einsätzen mit landwirtschaftlichen Großmaschinen und komplexen technischen Hilfeleistungen.

Ein besonderer Dank gilt der Agrargenossenschaft Mühlberg für die Unterstützung und die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Technik für diesen Ausbildungstag. Als eine der größten Agrargenossenschaften der Region leistet sie damit einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Feuerwehr realitätsnah mit den besonderen Herausforderungen bei Einsätzen an landwirtschaftlichen Maschinen auseinandersetzen kann.
Vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung und gute Zusammenarbeit!
(SV)

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (SV)