Herzberg (Elster). Am Donnerstag, den 25.06.2026, fand auf dem Gelände des Ordnungsamtes des Landkreises Elbe-Elster eine Einweisung in das Hochwasserschutzsystem der Firma Haawal statt. Mit diesem Produkt lassen sich modulare, flexible Hochwassersperren errichten. Dabei sollen, so eine Angabe des Herstellers, zwei Personen 100 Meter Sperre in 60 Minuten errichten können. Werkzeug ist für den Aufbau nicht notwendig. Des Weiteren ist auch der Bau von Wasserbecken, bspw. als Pufferspeicher, möglich.
An der Einweisung nahmen neben Vertretern der Kreisverwaltung auch Mitarbeiter des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Herzberg sowie Führungskräfte von zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren und anderen Organisationen des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Elbe-Elster teil. Dazu kamen Vertreter vom Landesumweltamt und der Landesfeuerwehrschule und Technischen Einrichtung (LSTE) in Vertretung für das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg sowie Gäste aus mehreren benachbarten Landkreisen, bspw. aus Spree-Neiße oder Oberspreewald-Lausitz.

(Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (RRS))
Das System besteht aus insgesamt fünf Komponenten: GFK-Gitterplatten, welche als Boden und Wand dienen; eine PE-Membran zur Abdichtung (je Rolle sind 25m x 4m Folie aufgewickelt); Stützdrähten, um Stabilität in den Aufbau zu bekommen; ein wasserfestes Klebeband, um die einzelnen PE-Membranen an Nahtstellen miteinander zu verkleben und abschließend Sandsäcke oder ähnlichen, schweren Gegenständen, um ein Aufschwimmen der PE-Membran zu verhindern. Einzig die Membranfolie und das Klebeband sind als Verbrauchsmaterial anzusehen, alle anderen Komponenten können wiederverwendet werden.
Auf allen GFK-Gitterplatten ist ein kleines Schild verklebt, auf dem die Internetadresse sowie der passende QR-Code zur jeweils aktuellsten Aufbauanleitung zu finden ist. So könnten Spontanhelfer oder auch Einsatzkräfte, welche zuvor noch nie Berührung mit diesem Schutzsystem hatten, kurzfristig in den Aufbau eingewiesen und in die Arbeiten eingebunden werden.

(Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (RRS))
Bei dem Haawal-Hochwasserschutzsystem handelt es sich um ein selbststabilisierendes System, das heißt, der Wasserdruck „verankert“ die Komponenten fest am Boden. Die Anwendung kann auf verschiedenen glatten wie auch rauen Untergründen erfolgen. Selbst das Überwinden von Höhenunterschieden, bspw. Bordsteinen, soll kein Problem darstellen. Dadurch, dass die GFK-Gitterplatten nicht miteinander verschraubt oder anderweitig verbunden werden, können auch Kurven in verschiedensten Radien aufgebaut werden. Hierdurch ist der Aufbau des Hochwasserschutzsystems sehr flexibel und es können Hindernisse wie Bäume, Gebäude, etc. umbaut werden. Aktuell gibt es das System in den Varianten 90cm und 120cm Schutzhöhe, eine weitere Variante mit 60cm Schutzhöhe soll demnächst folgen.

(Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (RRS))
Das Haawal-Hochwasserschutzsystem kann aufgrund der genannten Eigenschaften flexibel eingesetzt werden, bspw. als Deicherhöhung, zum Objektschutz, als provisorischer Damm oder aber auch als Pufferbecken, wenn es gilt, Flüssigkeiten, z.B. Löschwasser, zwischenzuspeichern. Der Vertreter der Firma Haawal wies in seinen Ausführungen eindringlich daraufhin, dass jede Sperre überwacht werden muss, um ggf. Schadstellen zeitnah auszubessern, um Vandalismus an der Sperre zu verhindern sowie auch mögliche Undichtigkeiten zu erkennen. Punktuell, je nach Untergrund und aufsteigendem Grundwasser, kann es im Hochwassereinsatz sinnvoll bis notwendig sein, das System mit Pumpen zu ergänzen. Auch gegen Treibgut soll die PE-Membran resistent sein. Diese könne Lasten von mehren Tonnen widerstehen. Als zusätzliche Ergänzung bietet die Firma Haawal das sogenannte „flood shield“ an, eine weitere Folie, welche über die Stützdrähte gespannt wird, und so die eigentliche Hochwasserschutzsperre schützt.

(Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (RRS))
Laut den Angaben des Herstellers kostet das Schutzsystem in der 90cm-Variante 348€ je Meter, in der 120cm-Variante 448€ je Meter. Der Landkreis Elbe-Elster hat kürzlich 230 Meter Schutzsystem beschafft. Dieses wird in Elsterwerda im Katastrophenschutzlager einsatzbereit vorgehalten und kann bei Bedarf über das Feuerwehrtechnische Zentrum angefordert werden. Des Weiteren haben die Stadtwerke Finsterwalde GmbH eigenständig 60 Meter Schutzsystem beschafft, um im Fall der Fälle die eigene kritische Infrastruktur schützen zu können. (RRS)

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (RRS)