Hohenleipisch. Noch mitten in der Nacht, gegen 03:48 Uhr, alarmierte die Leistelle Lausitz die Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Plessa und der Stadt Elsterwerda in den Bereich des alten Bahnhofs von Hohenleipisch. Ein Lokführer hatte im Vorbeifahren Flammenschein wahrgenommen. Der Rettungsdienst des Landkreises Elbe-Elster wurde ebenfalls alarmiert, zu einem späteren Zeitpunkt aber durch Einsatzkräfte der Schnell-Einsatz-Einheit Sanität aus Doberlug-Kirchhain abgelöst, um wieder für den Regelrettungsdienst zur Verfügung zu stehen.

An der Einsatzstelle eingetroffen, fand man ein altes, unbewohntes Wohngebäude, welches in Brand stand. Aufgrund des baulichen Zustands, aber auch aufgrund der Brandintensität war von Beginn an die Brandbekämpfung nur im Außenangriff möglich. Wie der Einsatzleiter Markus Kießler gegenüber Blaulichtreport Elbe-Elster berichtete, wurde das Gebäude auch zur illegalen Müllentsorgung genutzt, was zum einen die Brandlast erhöhte, zum anderen immer wieder Detonationen, möglicherweise durch Druckgasbehältnisse, im Inneren des Gebäudes auslöste. Während des gesamten Löscheinsatzes war die benachbarte Bahnstrecke Berlin- Dresden gesperrt, sodass es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kam. Über der Brandstelle leuchtete der Himmel weit sichtbar feuerrot, zudem stand eine mächtige Rauchsäule darüber.

Da die Flammen in der Dachkonstruktion, bestehend aus Holz, Dachpappe und Plattenmaterial, zusätzlich zur Brandlast in den Räumlichkeiten reichlich Nahrung fanden, entschied man sich, die Brandbekämpfung zunächst mit Wasser, später mit Löschschaum durchzuführen. Die Löschmittel wurden über handgeführte Strahlrohre und über den Wasser-Schaum-Werfer am Korb der Drehleiter aus Elsterwerda ausgebracht.
Um ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern, hatte bereits der ersteintreffende Gruppenführer eine Riegelstellung aufbauen lassen, bevor er die Einsatzleitung an Markus Kießler übergab.
Als weitere Maßnahme beorderte man schweres Abbruchgerät an die Einsatzstelle, um den Dachstuhl einzureißen. Um die eingesetzten Kameradinnen und Kameraden nicht noch weiter zu gefährden, wurden während dieser Arbeiten auch lose Mauerwerksteile kontrolliert abgetragen bzw. zum Einstürzen gebracht.
Die Löschwasserversorgung erfolgte zunächst über die alarmierten Tanklöschfahrzeuge, bevor man eine Löschwasserentnahmestelle an einem Feuerlöschteich einrichtete.

Der Einsatzleiter Markus Kießler lobt die gute und reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten an der Einsatzstelle. So waren unter seiner Führung in Spitzenzeiten bis zu 50 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdienst, Katastrophenschutz (SEE Sanität), Landes- und Bundespolizei, Deutscher Bahn, Energieversorger Mitnetz und vom Abbruchunternehmen Fa. Bothur vor Ort. Auch der Amtsdirektor des Amtes Plessa, Göran Schrey, sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Romey machten sich ein Bild von den Arbeiten vor Ort.
Nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen mussten zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft zahlreiche Materialien, darunter Druckschläuche, Atemschutzgeräte oder auch das verbrauchte Schaumbildnerkonzentrat getauscht bzw. wieder aufgefüllt werden, wozu das Feuerwehrtechnische Zentrum aus Herzberg hinzugezogen wurde. (RRS)

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (DW)