Großbrand zerstört Handwerksbetrieb

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

Betten (Amt Kleine Elster). Zwei Wochen ist es nun her, dass ein Großbrand die Werkhallen einer Zimmerei in Betten, einem Ortsteil der Gemeinde Massen im Amt Kleine Elster, in Rauch und Flammen aufgehen ließ und zwei Hallen zum Einsturz brachte. Zahlreiche Werkzeuge, Rohstoffe und Baumaterialien sowie Kraftfahrzeuge des Unternehmens wurden unwiederbringlich zerstört. Wir sprachen mit dem Amtsbrandmeister des Amtes Kleine Elster, dem Kameraden Oliver Itter, über die Geschehnisse in dieser verheerenden Nacht.

Die erste Alarmierung erfolgte am Donnerstagabend des 12.03.2026 gegen 22:11 Uhr. Es wurde mitgeteilt, dass es einen Gebäudebrand einer Lagerhalle geben würde. Diese Lagerhalle sollte gefüllt mit Holz sein. Schon auf Anfahrt konnten die Kameradinnen und Kameraden einen massiven Feuerschein und eine starke Rauchsäule über der Ortschaft aus mehreren Kilometern Entfernung sehen.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

Bereits bei Eintreffen an der Einsatzstelle stand eine Lagerhalle in Vollbrand. Die enge Bauweise begünstigte dabei einen drohenden Übergriff des Brandes auf weitere Gebäude, unter anderem eine weitere Halle und auch ein Wohnhaus. Aus diesem Grund wurde direkt die Alarmstufe erhöht, sodass weitere Kräfte und Mittel alarmiert wurden. Dank der mutigen Leistung der Kameradinnen und Kameraden konnten die Flammen aus einer direkt angrenzenden Halle „herausgetrieben“ sowie das Wohnhaus der Familie erfolgreich geschützt werden. Glücklicherweise waren neben zwei Bewohnern eines anderen Wohnhauses, welches direkt in der Rauchwolke stand und somit einige Stunden nicht bewohnbar war, keine weiteren Anwohner in direkter Gefahr.

Aufgrund des massiven Brandgeschehens forderte man zusätzlich weitere Tanklöschfahrzeuge zur Wasserversorgung an, um über deren Pumpen und Wasserwerfer, welche durchaus eine Wurfweite von 50 Metern und mehr haben, die Brandbekämpfung und die Riegelstellungen zu unterstützen.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

Wie bei fast jedem Großbrand, stellte auch hier die Löschwasserversorgung die Einsatzkräfte vor Probleme. Ein nahe gelegener Tiefbrunnen wurde frühzeitig in Betrieb genommen, jedoch reichte seine Förderleistung bei weitem nicht aus, um den hohen Löschwasserverbrauch zu stillen. In einem weiteren Schritt entschied man sich, eine Schlauchleitung zum Löschteich der Ortschaft Betten zu legen, immerhin ca. 550 Meter Entfernung, um auch von dort Löschwasser zu generieren. Diesen Löschteich befüllte man im laufenden Einsatz mit frischem Wasser, wofür das Wasserfass eines Agrarbetriebes mitsamt Zugfahrzeug sowie ein Tiefbrunnen im angrenzenden Waldstück zum Einsatz kamen. Des Weiteren richtete man mit den Tanklöschfahrzeugen einen Pendelverkehr vom Gewerbegebiet Massen aus ein.

Zur Ordnung des Raumes wurden insgesamt drei Abschnitte zur Brandbekämpfung plus einen Abschnitt zur Löschwasserversorgung sowie einen Bereitstellungsraum gebildet. Zudem wurde die nahe Bundestraße B96 bis ca. 4 Uhr in der Früh durch die Polizei voll gesperrt.

Die direkte Brandbekämpfung erfolgte vielfach über fahrzeuggebundene bzw. tragbare Wasserwerfer. Stellenweise kamen auch Kameradinnen und Kameraden unter Atemschutz mit handgeführten Strahlrohren zum Einsatz, jedoch war dies aufgrund der enormen Hitzestrahlung und der Trümmerschatten durch die instabilen und einsturzgefährdeten Gebäude schwierig. Eine weitere Schwierigkeit bildeten dabei die Blechdachplatten. Selbst nach dem Einsturz von zwei der drei betroffenen Lager- und Werkhallen, bildeten diese eine wasserabweisende Schicht auf dem eigentlichen Brandgut, sodass eine zielgerichtete Ausbringung des Löschmittels schwierig war.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)
Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

Bereits in der Nacht, mit abnehmender Brandintensität, konnte man erste Einsatzkräfte auf den Heimweg schicken. In den Morgenstunden tauschte man dann die verbliebenden Männer und Frauen aus, um mit frischen Kräften die Brandbekämpfung fortzusetzen.

Gegen 9 Uhr stand an der Brandstelle ein Kettenbagger mit Greifer zur Verfügung, welcher zum einen die Blechdachplatten von den Brandguthaufen herunterzog, sodass nun endlich die übrigen Flammen und Glutnester direkt angegriffen werden konnten. Des Weiteren trug dieser auch instabile Hallenteile ab, was für die Sicherheit aller eingesetzten Kräfte und Mittel enorm wichtig war.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)
Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

Am Freitagnachmittag des 13.03.2026, gegen 16 Uhr, waren fast alle Brandstellen weitestgehend abgelöscht, sodass die Einsatzstelle an die Ortswehr Betten zur Brandwache übergeben werden konnte, die nur noch vereinzelte Glutnester nachlöschen musste. Nach erneuter Kontrolle, bei welcher keine Glutnester mehr gefunden wurden, wurde das betroffene Firmengelände am Samstag, den 14.03.2026, an den Eigentümer übergeben.

Parallel zu den Restlösch- und Aufräumarbeiten der Feuerwehr, war die Landespolizei an der Brandstelle im Rahmen ihrer Vor-Ort-Ermittlung tätig, um das Ausmaß des Großbrandes zu dokumentieren und mögliche Spuren zur Brandursache und dem Verlauf zu sichern. Die Landespolizei ließ eine Anfrage von Blaulichtreport Elbe-Elster zum aktuellen Stand der Ermittlungen bezüglich der Brandursache leider unbeantwortet.

Abschließend fasste Oliver Ittner als Einsatzleiter zusammen, dass in Spitzenzeiten bis zu 35 Fahrzeuge von Freiwilligen Feuerwehren, Landespolizei, Rettungsdienst und der Schnell-Einsatz-Einheit Sanität vor Ort waren. Dabei waren nach seiner Aussage bis zu 180 Einsatzkräfte involviert. Diese kamen aus dem Amt Kleine Elster, der Stadt Finsterwalde, dem Amt Elsterland, der Stadt Doberlug-Kirchhain, der Stadt Sonnewalde aber auch aus dem benachbarten Landkreis Oberspreewald-Lausitz aus der Gemeinde Bronkow und der Stadt Großräschen.

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (KT)

In Erinnerung bleiben wird die rasante Brandausbreitung. So waren nach Aussage des Einsatzleiters zu keiner Zeit die zentral gelegene Werkhalle als auch die angrenzende, im Bau befindliche Lagerhalle zu retten. Dagegen ist er glücklich, dass die dritte betroffene Halle als auch das nahe Wohnhaus gehalten werden konnten. Zudem gab es während des gesamten Einsatzes lediglich eine verletzte Einsatzkraft zu beklagen.

Einsatzleiter und Amtsbrandmeister Oliver Ittner bedankt sich bei der Vielzahl an Einsatzkräften für ihren Einsatz. Insbesondere in den Nachtstunden wurden unter extremen Bedingungen weitere Schäden an Gebäuden verhindert. Ein ebenso großes Dankeschön geht an alle involvierten Unternehmen, welche ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz unkompliziert freistellten, bei der Verpflegung unterstützten, mit Traktor und Wasserfass den Löschteich auffüllten oder mit dem Kettenbagger die Restlöscharbeiten unterstützten.

Ein weiteres großes Dankeschön geht an den geschädigten Familienbetrieb, welcher trotz dieses großen Schicksalsschlags, mit seinen Familienangehörigen und Mitarbeitern die Brandbekämpfung, die Verpflegung der Einsatzkräfte und die Aufräumarbeiten unterstützte. Abschließend „allen mitwirkenden Beteiligten ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit und gemeinsame Abarbeitung dieser außergewöhnlichen Einsatzlage“, so Ittner. (RRS)

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