Vegetationsbrände beschäftigten unsere Einsatzkräfte vielerorts

Foto: Fw Herzberg (Elster)

Landkreis Elbe-Elster. Für die Eigentümer von Wald-, Forst- oder auch Agrarflächen sind Vegetationsbrände ein gefürchtetes Szenario. Wird der Brand frühzeitig entdeckt und zeitnah eine schlagkräftige Brandbekämpfung (BBK) vorgenommen, so sind die Schäden meistens überschaubar und die Vegetation erholt sich in den kommenden Wochen und Monaten. Kann sich der Brand hingegen zeitlich intensivieren und großflächig ausbreiten, dies wird durch verschiedene Faktoren begünstigt, entstehen häufig schwerwiegende wirtschaftliche als auch ökologische Schäden. Der Schaden an Flora und Fauna kann immens sein, beispielweise dann, wenn der Brand sich zum Vollfeuer entwickelt und vom Wurzelwerk bis in die Baumkronen alles organische Material umsetzt. Zumeist sind dann junge wie ältere Bäume verbrannt oder die Rinde so stark beschädigt, dass das Leitbahnsystem zum Wasser-& Nährstofftransport irreparabel ist. Dies hat dann die Folge, dass ganze Baumbestände gefällt werden müssen, so dass mehrere Generationen an Pflanzen vernichtet wurden. Glücklicherweise ist das letztgenannte Szenario (noch) kein Alltag auf dem Gebiet des Landkreises Elbe- Elster, wenngleich es bereits mehrfach vorkam.

Faktoren, die einen Vegetationsbrand begünstigen, können sein: der Wind, die ausgetrocknete Vegetation (sehr anfällig ist insbesondere totes ausgetrocknetes Geäst), leicht brennbare Pflanzen (insbesondere harz- oder ölhaltige Nadelgehölze), hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung. Aufgrund des intensiven Sommerwetters in den letzten Wochen mit wenig Niederschlägen, hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung, lag die reale Gefahr von Wald- und Flächenbränden, in der Fachsprache gerne als Vegetationsbrand bezeichnet, dauerhaft auf einem hohen Niveau. Auch die Niederschläge in den vergangenen Wochen, welche stellenweise sehr dürftig ausfielen, konnten bisher keine echte Entspannung in dieser angespannten Lage bringen.

Wir als Blaulichtreport Elbe-Elster möchten euch an dieser Stelle mal eine Zusammenfassung geben wie viele Einsätze im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung (VBBK) allein in der letzten Woche absolviert wurde.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Finsterwalde rückte im Zeitraum von Montag, den 10.08.2026, bis zum Sonntag, den 16.08.2026, zu insgesamt vier Vegetationsbrandeinsätzen aus. Drei der vier Einsätze fanden dabei im eigenen Stadtgebiet statt, einmal wurde überörtlich unterstützt, wie man aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Finsterwalde erfuhr. Die Freiwillige Feuerwehr des Amtes Elsterland rückte im genannten Zeitraum insgesamt drei Mal aus, wie deren Pressesprecher gegenüber Blaulichtreport Elbe- Elster mitteilte. Vorrangig betraf dies die Ortswehren Schönborn und Rückersdorf, um mit ihren Tanklöschfahrzeugen im Kampf gegen die Flammen zu unterstützen. Dabei wurden alle Einsätze überörtlich absolviert. Der Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda teilte auf Nachfrage mit, dass es „trotz der Trockenheit relativ entspannt“ war. So sei man in den vergangenen Wochen leidglich acht Einsätze im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung gefahren.

Die meisten VBBK- Einsätze in unserer Umfrage absolvierte die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Liebenwerda, relativierend muss man hier aber auch sagen, dass diese die größte Feuerwehr im Landkreis Elbe-Elster ist, deckt sie doch die Stadtgebiete von Bad Liebenwerda, Mühlberg/ Elbe, Falkenberg/ Elster und Uebigau-Wahrenbrück ab. Im Zeitraum ab Montag, den 10.08.2026, wurde man zu insgesamt 13 Brandeinsätzen im eigenen Zuständigkeitsbereich alarmiert, wie der Verbandsgemeindewehrführer gegenüber Blaulichtreport Elbe-Elster mitteilte. Hierbei handelte es sich ausnahmslos um Vegetationsbrände. Diese gliederten sich in verschiedene Größenkategorien auf, sodass fünf Mal zu Kleinbränden alarmiert wurde, drei Mal zu Flächenbränden und weitere fünf Mal zu Waldbränden. Die Einsätze mit den größten betroffenen Brandflächen ereigneten sich im Bereich Prieschka- Zeischa (22.000 Quadratmeter) und bei Lönnewitz (3600 Quadratmeter), wie Blaulichtreport Elbe- Elster auf Nachfrage erfuhr. Weiterhin war die FF VG Liebenwerda zwei Mal überörtlich zur Unterstützung anderer Kommunen gefordert.

Foto: Fw Herzberg (Elster)

Die Freiwillige Feuerwehr des Amtes Plessa war im befragten Zeitraum insgesamt vier Mal zur Vegetationsbrandbekämpfung gefordert. Diese gliederten sich auf in je einen Kleinbrand und einen Flächenbrand sowie zwei Waldbrände, wobei die letztgenannten zwei Einsätze überörtlich gefahren wurden. In dem benannten Zeitraum rückten die Herzberger Einsatzkräfte zu zwei überörtlichen Flächenbränden und einem Waldbrand aus. Auch die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Sonnewalde waren überörtlich gefordert. Wie man gegenüber Blaulichtreport Elbe-Elster mitteilte, wurde man insgesamt drei Mal überörtlich mit je einem Tanklöschfahrzeug hinzugezogen.

Nicht vergessen darf man auch, dass „neben“ den Vegetationsbränden das normale Alltagsgeschäft der Freiwilligen Feuerwehren weiterlief. So mussten ebenfalls Technische Hilfeleistungen (bspw. Türnotöffnungen, Verkehrsunfälle oder Sturmschäden) abgearbeitet werden. Dazu kommt für alle Kameradinnen und Kameraden der zeitliche Aufwand durch regelmäßige Aus- und Fortbildungen an den Standorten sowie auf Landkreis- bzw. Landesebene, als auch die Pflege und Wartung der Einsatztechnik. Wir als Blaulichtreport Elbe- Elster bedanken uns bei allen Kameradinnen und Kameraden in den Freiwilligen Feuerwehren für ihren aufopferungsvollen Einsatz, bedanken uns auch bei den stillen aber wichtigen Unterstützern ohne die vielfach eine erfolgreiche Brandbekämpfung nur schwerer möglich wäre, beispielsweise den Landwirten, und wünschen euch stets eine sichere und gesunde Heimkehr von allen Alarmen. Zugleich möchten wir an alle Wald- und Forsteigentümer appellieren den Waldumbau weg vom reinen Kiefernwald hin zu einem Mischwald mit möglichst vielen verschiedenen Baumarten voran zu treiben, um langfristig das Brandrisiko durch diesen hohen Nadelbaumanteil zu senken. Sprechen Sie hierzu gerne mit ihrer Revierförsterin oder ihrem Revierförster. (RRS/ SZ)

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