Heißausbildung der Feuerwehr in Mühlberg erfolgreich durchgeführt

Foto: Sarah Neumann (FF VG Liebenwerda)

Mühlberg/ Elbe. Am Wochenende vom 25. bis 26. April 2026 fand die Heißausbildung der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Liebenwerda auf einem Gelände neben dem Sportplatz in Mühlberg statt. Ziel der Ausbildung war es, den Einsatzkräften unter realitätsnahen Bedingungen wichtige Erfahrungen im Innenangriff und in der Brandbekämpfung zu vermitteln.

Hierfür wurden durch die Firma Brandschutztechnik GmbH Leipzig spezielle, umgebaute Seecontainer bereitgestellt. Diese ermöglichen eine feststoffbefeuerte Realbrandausbildung unter kontrollierten Bedingungen. Ergänzt wurde die Technik durch ein professionelles Ausbilderteam, das die Durchführung fachlich begleitete und überwachte.

Foto: Sarah Neumann (FF VG Liebenwerda)

Zum Einsatz kamen zwei unterschiedliche Ausbildungseinheiten. Ein Container diente der taktischen Ausbildung mit einer ausgebauten Kriechstrecke, in der insbesondere Vorgehensweisen im Innenangriff trainiert wurden. Der zweite Container war mit einer Brandkammer ausgestattet. Dort konnten die Teilnehmenden das Verhalten von Rauchschichten beobachten, deren Entwicklung einschätzen und die zunehmende Hitzeentwicklung unmittelbar erleben. Gleichzeitig wurde das richtige Vorgehen bei der Brandbekämpfung mit dem Strahlrohr praktisch geübt, insbesondere die Wirkung von Wasser, die entstehende Wasserdampfbildung sowie deren Einfluss auf Temperatur und Sichtverhältnisse.

Für die Durchführung der Ausbildung war ein erheblicher organisatorischer und logistischer Aufwand notwendig. Neben Technik und Ausbilderpersonal wurde auch entsprechende Infrastruktur bereitgestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit spezieller Schutzkleidung ausgestattet. Für viele stand zusätzliche Ausbildungskleidung zur Verfügung, um die reguläre Einsatzkleidung vor Verschmutzung und Kontamination zu schützen.

Nach dem Einkleiden und der Überprüfung der persönlichen Eignung erfolgte zunächst eine umfassende Einweisung. Diese umfasste sowohl die grundsätzlichen Abläufe als auch wichtige Sicherheitsaspekte im Umgang mit den Brandcontainern und der Realbrandausbildung.

Im Anschluss an die sicherheitstechnische Belehrung und die Einweisung in die Anlage wechselten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Ausbildungsstand zur Vorbereitung der Technik. Hier standen insbesondere die Arbeitsschutzaspekte im Fokus. Dazu gehörten das ordnungsgemäße Vorbereiten der Ausrüstung, der Aufbau sowie das Herstellen der notwendigen Anschlüsse. Gleichzeitig wurden wichtige Grundlagen nochmals vermittelt, etwa die Einsatzkurzprüfung, zentrale Vorgehensweisen im Innenangriff sowie das korrekte und vollständige Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung.

Foto: Sarah Neumann (FF VG Liebenwerda)

Nach dem vollständigen Ausrüsten und einer abschließenden Kontrolle durch die Ausbilder erfolgte der praktische Teil der Ausbildung in den Brandcontainern. In Begleitung des Ausbilderteams durchliefen die Einsatzkräfte die einzelnen Stationen bis hin zur Hitzekammer, in der die realen Bedingungen eines Brandereignisses besonders intensiv erlebt werden konnten.

An den beiden Ausbildungstagen, Samstag und Sonntag, durchliefen insgesamt 72 Atemschutzgeräteträgerinnen und Atemschutzgeräteträger die Übungsanlage.

Nach Abschluss eines Durchgangs erfolgte außerhalb der Container das strukturierte Entkleiden. Dabei wurde besonderer Wert auf eine saubere Vorgehensweise gelegt, um eine Verschleppung von Brandrückständen zu vermeiden. Ergänzend wurde eine erste Dekontamination durchgeführt. Ziel war es, gesundheitsschädliche Partikel möglichst frühzeitig zu entfernen und eine Aufnahme über Haut oder Atemwege zu verhindern.

Foto: Sarah Neumann (FF VG Liebenwerda)
Foto: Sarah Neumann (FF VG Liebenwerda)

Im Anschluss fand jeweils ein Feedbackgespräch statt. Dabei wurden die eigenen Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgenommen und durch fachliche Hinweise der Ausbilder ergänzt. Nach den körperlich anspruchsvollen Durchgängen hatten die Einsatzkräfte ausreichend Zeit zur Regeneration, zur Flüssigkeitsaufnahme sowie zur Verpflegung. Nach dem anschließenden Duschen konnten alle Beteiligten wohlbehalten, mit vielen neuen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen die Heimreise antreten.

Trotz der anspruchsvollen und körperlich belastenden Ausbildung blieb die Sicherheit jederzeit oberstes Gebot. Bis auf wenige kleinere Kreislaufprobleme kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, keine Kameradin und kein Kamerad wurde ernsthaft verletzt. Die Ausbildung ist darauf ausgelegt, die persönliche Leistungsgrenze zu erreichen, jedoch nicht zu überschreiten. Dies wird durch das erfahrene Ausbilderteam konsequent überwacht. Der notwendige Respekt vor der Situation ist jederzeit vorhanden, Angst hingegen wird durch Routine, Wissen und Vertrauen ersetzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind von unschätzbarem Wert, da Einsatzlagen im Ernstfall nicht steuerbar sind und genau dieses sichere Handeln unter realen Bedingungen entscheidend ist.

Ein Ausbildungswochenende dieser Größenordnung stellt hohe Anforderungen an Organisation, Personal und Logistik. Neben der Abstimmung mit dem externen Ausbildungspartner mussten zahlreiche Rahmenbedingungen vor Ort geschaffen werden. So war unter anderem die Nutzung des kommunalen Geländes zu organisieren sowie die Einbindung des Sportlerheims, das für Duschen, Umkleiden und die Verpflegung der Einsatzkräfte zur Verfügung stand. Das Team vor Ort stellte über das gesamte Wochenende hinweg eine kontinuierliche Versorgung sicher.

Große Unterstützung kam auch aus der örtlichen Wirtschaft. Die Firma Könitz stellte angrenzende Hallen zur Verfügung, um Ausrüstung und Material sicher lagern zu können. Für den realitätsnahen Betrieb der Brandcontainer war zudem eine durchgehende Löschwasserversorgung erforderlich, die durch Einsatzkräfte umliegender Feuerwehren sichergestellt wurde.

Parallel dazu waren zahlreiche interne Stationen zu betreiben. Hierzu zählten unter anderem die Ausgabe der Schutzkleidung, das Verpacken kontaminierter Ausrüstung zur späteren Reinigung sowie die personelle Absicherung der einzelnen Ausbildungsabschnitte. Ergänzend wurde jeder Durchgang medizinisch begleitet, um im Bedarfsfall unmittelbar Erste Hilfe leisten zu können.

Ein besonderer Dank gilt der Stadt Mühlberg Elbe für die Bereitstellung des Geländes sowie dem SV Empor Mühlberg für die Nutzung des Sportlerheims und die umfassende Unterstützung bei der Versorgung. Ebenso hervorzuheben ist die Unterstützung durch das feuerwehrtechnische Zentrum des Landkreises Elbe Elster, das Atemschutztechnik, insbesondere Atemanschlüsse sowie Flaschenträgerplatten, zur Verfügung stellte.

Auch die Bauhöfe der Städte Bad Liebenwerda und Mühlberg Elbe trugen maßgeblich zum Gelingen bei, indem sie Material, Paletten und Getränke transportierten und logistisch unterstützten. Die Firma REISS Büromöbel GmbH sowie die Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH stellten darüber hinaus Materialien, insbesondere Holzpaletten, für den Betrieb der feststoffbefeuerten Brandcontainer zur Verfügung.

Ein besonderer Dank gilt zudem den Kameradinnen und Kameraden, die sich der anspruchsvollen Ausbildung gestellt und den Schritt in die Brandcontainer gewagt haben. Dies erfordert nicht nur fachliches Können, sondern auch ein hohes Maß an persönlichem Engagement und Vertrauen in Ausbildung und Technik.

Große Anerkennung verdienen ebenfalls die Ortsfeuerwehren aus dem Bereich Mühlberg Elbe, die den Auf und Abbau mit großem Einsatz unterstützt haben. Darüber hinaus trugen zahlreiche Helferinnen und Helfer aus den weiteren Ortsgemeinden und Ortsfeuerwehren maßgeblich zum Gelingen bei. Insbesondere die Unterstützung für das Team der Stabsstelle Brand und Bevölkerungsschutz war ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Durchführung des gesamten Ausbildungswochenendes.

Am Samstag nahm sich zudem die Verbandsgemeindebürgermeisterin Claudia Sieber die Zeit, sich persönlich vor Ort ein Bild zu machen. Sie informierte sich über die Abläufe der Ausbildung, ließ sich die Vorgehensweisen bei der Brandbekämpfung erläutern und gewann einen umfassenden Eindruck von der eingesetzten Übungsanlage.

Das Ausbildungswochenende hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine realitätsnahe Ausbildung ist und dass eine solche Maßnahme nur durch das engagierte Zusammenwirken vieler Beteiligter erfolgreich umgesetzt werden kann.

(Mitteilung der FF VG Liebenwerda)

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