Menschenrettung, Brandbekämpfung und Zusammenarbeit im Fokus
Am Montagabend, dem 12. Oktober 2026, führte die Ortsfeuerwehr Bad Liebenwerda im Rahmen ihres regulären Ausbildungsdienstes ihre jährlich stattfindende Löschzugübung durch. Schauplatz war diesmal die Südbrandenburgische Orgelakademie im Herzen der Bad Liebenwerdaer Innenstadt. Im rückwärtigen, älteren Werkstattkomplex des Gebäudes, in Richtung Südring gelegen, wurde ein anspruchsvolles Gebäudebrandszenario dargestellt. Insgesamt 33 Einsatz- und Rettungskräfte waren an der Übung beteiligt, darunter Angehörige der Ortsfeuerwehren Bad Liebenwerda und Lausitz sowie des Rettungsdienstes des Landkreises Elbe-Elster.
Die Wahl des Übungsobjektes erfolgte dabei nicht zufällig. Gerade die historische Innenstadt von Bad Liebenwerda stellt mit ihrer teilweise alten, engen und zusammenhängenden Bebauung besondere Anforderungen an die Feuerwehr. Der rückwärtige Werkstattkomplex der Südbrandenburgischen Orgelakademie bot hierfür besonders realitätsnahe Bedingungen. Im Falle eines Gebäudebrandes können sich Feuer und Rauch auf benachbarte Gebäudeteile ausbreiten. Gleichzeitig stellen begrenzte Zufahrts- und Aufstellflächen sowie die Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung besondere Herausforderungen dar.

Anspruchsvolles Einsatzszenario mit drei vermissten Personen
Als Ausgangslage wurde ein Brand nach Werkstattarbeiten in einem älteren Werkstattbereich mit historischen Maschinen angenommen. Durch das simulierte Brandereignis waren zwei Personen aufgrund der Rauchentwicklung im Gebäude eingeschlossen. Eine weitere Person war infolge des Unfalls beziehungsweise des Brandausbruchs unter einer Maschine eingeklemmt und musste technisch befreit werden.
Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte erfolgte zunächst die Lageerkundung. Anschließend wurden mehrere Einsatzmaßnahmen parallel eingeleitet. Während Atemschutztrupps zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das Gebäude vorgingen, wurde über das Hubrettungsfahrzeug eine Brandbekämpfung von außen durchgeführt. Gleichzeitig galt es, die unter der Maschine eingeklemmte Person mit geeigneten technischen Mitteln zu befreien. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die verschiedenen Maßnahmen unter Berücksichtigung der begrenzten Platzverhältnisse und der angenommenen Brandausbreitung aufeinander abzustimmen.

Unterstützung durch die Ortsfeuerwehr Lausitz und den Rettungsdienst
Zur Unterstützung wurde die Ortsfeuerwehr Lausitz in die Übung eingebunden. Dies entspricht auch dem Grundgedanken der Alarm- und Ausrückeordnung: Bei einem größeren Gebäudebrand im Innenstadtbereich werden neben der örtlich zuständigen Feuerwehr weitere Ortsfeuerwehren hinzugezogen, um insbesondere zusätzliche Atemschutzgeräteträger bereitzustellen und die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Im Rahmen der Übung übernahm die Ortsfeuerwehr Lausitz unter anderem Aufgaben beim Aufbau und der Sicherstellung einer kontinuierlichen Löschwasserversorgung sowie bei der Absicherung der Einsatzstelle gegenüber dem fließenden Verkehr.
Auch der Landkreis Elbe-Elster unterstützte die Übung mit einem Rettungswagen und einer Besatzung, zu der insbesondere Auszubildende zum Notfallsanitäter gehörten. Für sie bot sich damit die Gelegenheit, die Versorgung und Übernahme verletzter Personen sowie die Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Feuerwehr unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.
Beobachter begleiteten die Einsatzmaßnahmen
Um die Übung möglichst objektiv auswerten zu können, waren zusätzlich Beobachter aus dem Bereich der Verbandsgemeinde Liebenwerda sowie der Feuerwehr Elsterwerda vor Ort. Diese begleiteten die verschiedenen Einsatzabschnitte und bewerteten unter anderem die Einsatzführung und Lageerkundung, das Vorgehen der Atemschutztrupps im Innenangriff, die Menschenrettung sowie den Aufbau der Löschwasserversorgung. Dabei ging es ausdrücklich nicht nur darum, funktionierende Abläufe zu bestätigen, sondern auch mögliche Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Denn gerade bei größeren und komplexeren Einsatzlagen ist eine gut abgestimmte Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte von entscheidender Bedeutung.
Gemeinsame Auswertung und kameradschaftlicher Abschluss
Nach Abschluss der praktischen Übung und dem Rückbau der eingesetzten Technik verlegten die beteiligten Kräfte in das Feuerwehrhaus Bad Liebenwerda. Dort erfolgte eine gemeinsame Auswertung der Übung.

Im Rahmen einer offenen und konstruktiven Manöverkritik wurden die einzelnen Einsatzabschnitte betrachtet, Erfahrungen ausgetauscht und mögliche Verbesserungen für zukünftige Einsätze und Ausbildungsdienste besprochen.
Im Anschluss sorgte die Alters- und Ehrenabteilung der Ortsfeuerwehr Bad Liebenwerda mit frisch gegrillten Bratwürsten und kühlen Getränken für einen gelungenen kameradschaftlichen Abschluss. In entspannter Atmosphäre konnten die Einsatzkräfte, die Beteiligten des Rettungsdienstes und die Beobachter ihre Erfahrungen noch einmal gemeinsam besprechen. Damit wurde auch deutlich, dass eine erfolgreiche Feuerwehrarbeit nicht nur von Technik und Ausbildung lebt, sondern ebenso vom kameradschaftlichen Zusammenhalt und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit über die einzelnen Organisationen hinweg.
Dank an alle Beteiligten und Unterstützer
Ein besonderer Dank gilt Patrick Donat von der Ortsfeuerwehr Bad Liebenwerda, der die Übung maßgeblich organisierte und vorbereitete. Ebenso bedankt sich die Verbandsgemeinde Liebenwerda beim Feuerwehrverein Bad Liebenwerda e. V., der die Kosten für die Verpflegung übernahm, sowie bei der Alters- und Ehrenabteilung für die tatkräftige Unterstützung. Ein weiterer Dank gilt allen beteiligten ehrenamtlichen Einsatzkräften der Ortsfeuerwehren Bad Liebenwerda und Lausitz, dem Rettungsdienst des Landkreises Elbe-Elster, den externen Beobachtern sowie allen weiteren Unterstützern, die zum Gelingen der Übung beigetragen haben. Nicht zuletzt gilt der Dank auch den Anwohnerinnen und Anwohnern im Bereich des Südrings für ihr Verständnis während der Übungsmaßnahmen.
Die jährliche Löschzugübung ist ein wichtiger Bestandteil der kontinuierlichen Ausbildung der Ortsfeuerwehr Bad Liebenwerda und trägt dazu bei, die Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit der Feuerwehren innerhalb der Verbandsgemeinde Liebenwerda nachhaltig zu stärken.
(Mitteilung der FF VG Liebenwerda)







