Herzberg (Elster). Das Technische Hilfswerk Ortsverband (OV) Herzberg konnte von Hüffermann
Transportsysteme GmbH aus Neustadt (Dosse) einen multifunktional verwendbaren
Zweiachsanhänger übernehmen. Transportieren kann das Multitalent Standardcontainer,
Fahrzeuge, Langholz oder auch Abrollbehälter.
Als sogenannter Plateau- und Multicarrier mit einer 12 Tonnen- Plattform schließt er eine
weitere Lücke im Technikbestand des Ortsverbandes. Mit einer Gesamtlänge von 10,20 m
(die Ladefläche ist dabei stolze 7,22 m lang), 2,55 m in der Breite und einer Höhe von 2,22
m fällt die Neuerwerbung im Straßenverkehr definitiv auf und verlangt zeitlich den
Fahrerinnen und Fahrern höchste Konzentration beim Fahren ab.
Wie bereits oben erwähnt, sind insgesamt vier Verlademöglichkeiten gegeben. So können
bis zu 20 Fuß große Container verlastet werden. Von den insgesamt acht
Befestigungselementen (Twistlock) können sechs Stück entfernt werden, was eine hohe
Flexibilität bedeutet.
20 Zurrpunkte können für eine individuelle Beladung und anschließende
Ladungssicherung mittels Spanngurten oder Spannketten abseits von formstabilen
Behältern genutzt werden. Auch Abrollbehälter wie sie u.a. bei den Feuerwehren oder im Katastrophen- und
Zivilschutz zum Einsatz kommen, können transportiert werden. Diese werden vom Heck
aus auf den Anhänger geschoben und mittels einer pneumatischen Klauenverriegelung
gesichert.
Durch die weitgehend geschlossene Oberfläche und die stabile Bauweise können
Fahrzeuge mit bis zu zwölf Tonnen Gewicht und einer maximalen Höhe von 2,85 Meter
jetzt sicher transportiert werden. Dafür gehören Auffahrrampen zur Beladung des neuen
Anhängers. Sollten die bisher genannten Transportvarianten noch nicht ausreichend sein, so können
für den Transport von überbreiten Geräten (bis zu 28 cm je Seite) ausziehbare Warntafeln
mit Positionsleuchten am Heck des Anhängers eingesetzt werden.
Für die Sicherheit beim Rangieren sorgen Rückfahrwarner, ABS und
Luftfederung sowie LED- Blitzer für eine gute Sichtbarkeit im Einsatzfall. Mehrere
Stauboxen ermöglichen das sichere Verlasten von Zurrgurten und weiterem Zubehör bis
hin zum Bordwerkzeug.
Wie in den neuen Bundesländern üblich, ist der THW Ortsverband in der Kreisstadt
Herzberg/Elster angesiedelt und somit für den gesamten Landkreis Elbe-Elster zuständig.
Der Ortsverband übernimmt die Komponenten der technischen Bergung, der
Notinstandsetzung und Notversorgung (Notstrom, Beleuchtung, Pumpen, Wassergefahren,
Campbau), sowie Logistik und Führung. Desweiteren betriebt er die Großpumpe des Landkreises Elbe- Elster. Dem Ortsverband stehen zurzeit 30 aktive Helferinnen und Helfer zur Verfügung, sowie eine Jugendgruppe mit 14 Jugendlichen im Alter von sechs bis 16 Jahren.











Den Tag begannen die Jugendkameraden mit der Fahrzeugübernahme. Insbesondere mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16) und dem Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50) beschäftigte man sich genauer, sollten diese Fahrzeuge doch im Tagesverlauf noch ausgiebig genutzt werden. Bis zum Mittagessen beschäftigte man sich mit dem Thema der Schachtrettung. Hierzu hatten die Betreuer aus Holzpaletten einen kleinen Schacht nachgebaut, in welchem man in mehreren Durchgängen eine Übungspuppe legte. Unter Zuhilfenahme von Gerätschaften wie der Schleifkorbtrage und weiteren Großfahrzeugen, wie der Drehleiter mit Rettungskorb (DLK 23/12 CC), hatten alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit auf verschiedenen Positionen innerhalb der Löschgruppe an der Personenrettung mitzuarbeiten. Zudem konnte hier eindrucksvoll veranschaulicht werden, dass die am Standort Schönewalde vorhandene DLK nicht zur zum Einsatz kommen kann, wenn Personen in größerer Höhe Hilfe benötigen.
Ausgiebig genutzt wurde auch die Hüpfburg, welche extra für diesen Tag angemietet worden war. Ab ca 14 Uhr waren hier auch die Mädchen und Jungen der Bambinigruppe der Ortswehr Ahlsdorf zu finden. Doch die ruhige Zeit nach dem Mittag auf dem Gelände des Gerätehauses währte nicht lange. Gegen 14:30 erklang eine kleine Sirene, welche die Kinder zu einer Hilfeleistung alarmierte. Im Gewerbegebiet sollte eine Ölspur die Straße verschmutzen. Vor Ort entdeckte der Einsatzleiter zudem noch einen verletzten Radfahrer, welcher auf der Ölspur ausgerutscht war. Unter Anleitung ihrer Ausbilderinnen und Ausbilder zeigten die kleinen Floriansjünger, was sie schon alles gelernt haben. Absichern der Einsatzstelle, Erste Hilfe am Radfahrer und das Abstreuen der Ölspur waren so zügig erledigt, sodass es mit den Einsatzfahrzeugen wieder zurück zum Standort gehen konnte.
Hier wartete schon ein kleines Lagerfeuer auf die Kinder und Jugendlichen, welches diesmal aber ausdrücklich nicht abgelöscht werden musste. So konnte sich Jeder ein Stockbrot backen und für die kommenden Stunden stärken. Bald darauf erklang erneut die Sirene. Nun galt der Alarm den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Ein Verkehrsunfall mit Personenschaden sollte sich ganz in der Nähe ereignet haben. Zügig waren die Fahrzeuge besetzt und die Einsatzstelle erreicht. Ein Pkw war gegen einen Betonpfeiler gefahren. Zudem befand sich noch eine Person im Fahrzeug, welche es galt schonend zu retten. Neben der Erstversorgung der Fahrerin, Absicherung von Unfallfahrzeug, Brandschutz und Einsatzstelle, galt es auch hier auslaufende Betriebsstoffe abzubinden und aufzunehmen. Gemeinsam wurde dann die Fahrerin mittels eines Spineboardes aus dem Fahrzeug befreit und dem imaginären Rettungsdienst übergeben.
Nach der Rückkehr zum Gerätehaus kehrte erst einmal etwas Ruhe ein. Manche Kinder nutzten die Zeit um die Räumlichkeiten und die Fahrzeuge zu erkunden, während wiederum Andere die Hüpfburg erneut unsicher machten. Gestärkt vom Abendessen vom Grill konnte gegen ca 19.30 Uhr der letzte Einsatz des Tages angetreten werden, nachdem die Sirene diesmal alle Kinder und Jugendlichen zusammengerufen hatte. Als Abschlusseinsatz hatten sich die Ausbilder einen kleinen Gebäudebrand nahe der Ortschaft Ahlsdorf ausgedacht. Dargestellt wurde dies durch zwei große Feuerschalen, deren Inhalt lichterloh brannte, sodass der Flammenschein bereits auf der Anfahrt sichtbar war. Um den ordnungsgemäßen Transport der Brandbekämpferinnen und Brandbekämpfer von morgen sicherstellen zu können, hatte man zusätzlich zu den Fahrzeugen aus Schönewalde und Ahlsdorf noch die Einsatzfahrzeuge der Löschgruppen Brandis und Bernsdorf hinzugezogen.














Die über 50 Meter lange Strecke wird vorrangig kriechend zurückgelegt. Hin und wieder blitzen Lampen auf um die Orientierung etwas zu erleichtern und zeitgleich das Flackern von Flammen nachzustellen. Der genannte Käfig ist in zwei Ebenen labyrinthartig aufgebaut. In ihm soll die Orientierung, sowie Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme innerhalb des jeweiligen Trupps geübt werden. Zudem werden alle Kameradinnen und Kameraden auf ihre Stressresistenz getestet, denn mit jedem Atemzug sinkt der Vorrat in der Pressluftflasche auf dem Rücken. Bei Verlassen der Anlage muss ein messbarer Restdruck in der Flasche noch vorhanden sein. Zu Beginn müssen alle Atemschutzgeräte einen Flaschendruck zwischen 270 und 300 Bar aufweisen. Abschließend muss noch eine sogenannte Hitzekammer durchquert werden. Auch hier ist ein Kriechkäfig eingebaut. Zudem sind auch hier zwei Gegenstände ins Freie zu befördern. Die Kameradinnen und Kameraden werden während der gesamten Übung durch einen Mitarbeiter des FTZ, welcher zugleich der Bediener der gesamten Anlage ist, einen Kreisausbilder für Atemschutz und einen Assistenten überwacht.
Am Truppführerlehrgang nahmen insgesamt 14 Kameradinnen und Kameraden aus Doberlug-Kirchhain, Falkenberg (Elster), Gröden, Hennersdorf, Hirschfeld, Schmerkendorf, Werenzhain und Wiederau teil. Geleitet wurde der Lehrgang vom Ausbilder Marcus Weber aus der Ortswehr Bad Liebenwerda. Unterstützt wurde er dabei von Stefanie Mirbach, Mathias Bauer, Martin Neumann, Philipp Wolf und Julian Stephan, allesamt ebenfalls aus der Ortswehr Bad Liebenwerda. Den zukünftigen Truppführern wurde am FTZ ein kurzer Einblick in die Technische Hilfeleistung und den Einsatz von Schaummitteln gegeben. Auch alle Teilnehmer dieser Ausbildung absolvierten am Sonntag erfolgreich Ihre Leistungsprüfung, sodass diese nun berechtigt sind Trupps zu führen, dass heißt die Ihnen unterstellten Kameradinnen und Kameraden (in der Regel maximal zwei Einsatzkräfte) anzuleiten. Dabei tragen die Truppführerinnen und Truppführer aber auch die Verantwortung, weshalb dieser Lehrgang inhaltlich sehr vielfältig ist. (DT)