Waldbrände im Schliebener Land

Foto: FF Amt Schlieben

Amt Schlieben. Bereits am Mittwoch, den 08.04., kam es in den Nachmittagstunden zu einer bestimmungsgemäßen Alarmierung über die Waldbrandzentrale (WBZ) mittels des hochmodernen Kamerasystems (Fire Watch), das automatisch Rauchwolken detektiert.
Über dem Waldgebiet zwischen Lebusa und Naundorf, Nähe der Waldschule Waidmannsruh wurde eine zunehmende Rauchentwicklung ermittelt. Nach unmittelbarer Prüfung durch die Mitarbeiter der WBZ wurden die örtlichen Feuerwehren über die Regionalleitstelle Lausitz alarmiert.
Nach intensiver Suche der Brandstelle, konnte ein langsam kriechendes Bodenfeuer in Mitte der Bewaldung ausfindig gemacht werden. Die Brandbekämpfung erfolgte mittels Handwerkzeugen und mehreren D-Rohren, so dass eine Ausbreitung vom betroffenen Laubboden auf angrenzendes Landreitgras rechtzeitig verhindert werden konnte.

Foto: FF Amt Schlieben

Noch während der Nachlöscharbeiten kam es zum Parallelalarm. Hierbei wurden die beiden Löschgruppenfahrzeuge von Schlieben und Hohenbucko zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf die Landstraße zwischen Oelsig und Dübrichen abgezogen (Blaulichtreport Elbe-Elster berichtete).
Die Brandfläche bei Waidmannsruh belief sich auf ca. 30 x 50 Meter. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden eingeleitet.

Foto: FF Amt Schlieben

Am Folgetag, Donnerstag, den 09.04., wurden die Feuerwehren des Amtes Schlieben wiederum mit dem Alarmstichwort „B:Wald-Groß/WSP“ alarmiert. Einige Kilometer weiter zur vortägigen Einsatzstelle bei Waidmannsruh, stiegen nun in der Hohenbuckoer Heide zwischen Hohenbucko und Schöna-Kolpien bereits auf Anfahrt sichtbare Rauchschwaden über dem Wald empor. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte bestätigten die Alarmmeldung. Das Bodenfeuer breitete sich aufgrund stark vorhandenem Landreitgras und bestehender Winde zügig aus und drohte über Feuerbrücken in die Bäume zu steigen.
Hierbei ist aufgrund der bestehenden Feuerdynamik besondere Vorsicht geboten. Das Sicherheitsschema „LACES“ bildet genau für solch Einsatzlagen die Basis an Sicherheisstandard.

L – Lookout (Beobachter): Für jeden Einsatzabschnitt muss mindestens ein unabhängiger Beobachter abgestellt werden. Dieser warnt das Personal vor plötzlichen Wetteränderungen (Wind) oder Brandinseln (Spotfeuer).
A – Anchorpoint (Ankerpunkt): Ein sicherer Ausgangspunkt für die Brandbekämpfung (z. B. ein Weg oder eine bereits abgebrannte Fläche), von dem aus gearbeitet wird, um ein Flankieren des Feuers zu verhindern.
C – Communication (Kommunikation): Es muss eine ständige und zuverlässige Funk- oder Sichtverbindung zwischen den Einsatzkräften, den Beobachtern und der Führungsebene bestehen.
E – Escape Route (Fluchtweg): Vor Beginn der Arbeiten müssen mindestens zwei vordefinierte Wege festgelegt werden, die schnell und sicher in eine Sicherheitszone führen.
S – Safety Zone (Sicherheitszone): Ein Bereich, in dem sich Einsatzkräfte ohne Schutzausrüstung sicher aufhalten können, falls das Feuer sie bedroht (z. B. eine große freie Fläche oder eine bereits sicher abgebrannte Fläche).

Dieses international anerkannte Schema ist mittlerweile fester Bestandteil der Ausbildungsempfehlungen des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und wird als länderübergreifender Standard in Deutschland angewendet.

Foto: FF Amt Schlieben

Noch während der ersten Lageerkundung wurden weitere Kräfte der umliegenden Kommunen mit Tanklöschfahrzeugen nachgefordert um eine erhöhte Schlagkraft sicherzustellen. Die Brandbekämpfung erfolgte vom Feuerrücken aus über die Feuerflanken mittels Einsatz von mehreren D-Rohren und Löschrucksäcken.

Foto: FF Herzberg

Nach Beendigung der Nachlöscharbeiten wurden am Abend die Einsatzkräfte erneut zur selbigen Einsatzstelle alarmiert. Neben der wiederaufgeflammten alten Brandfläche, waren mehrere neue Bodenfeuer in näherer Umgebung abzulöschen. Die Brandflächen wurden intensiv mittels Netzmittelzugabe nachgelöscht. Hierfür kam das Tanklöschfahrzeug aus Hohenbucko mit seiner Druckzumischanlage als Brandstellenpumpe zu Einsatz, während weitere Tanklöschfahrzeuge für Nachschub an Löschwasser sorgten.
Die Ermittlungen zur Brandursache wurden eingeleitet und die ab- und nachgelöschte Brandfläche dem Eigentümer zur Brandwache übergeben. (SZ)

Foto: FF Herzberg

Verwendung von Cookies und externer Medien

Auf unseren Webseiten werden externe Medien von Drittanbietern eingebunden. Mit Ihrer Bestätigung werden diese dargestellt und Sie stimmen den Datenaustausch mit Drittanbietern zu. Außerdem verwenden wir technisch notwendige Cookies zum Speichern von Login-Daten und Ihrer Einstellung zum Einbinden externer Medien. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Live