Elsterwerda. Am 17.04.2026 wurden alle drei Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda sowie die Feuerwehr aus Plessa um 00:17 Uhr zu einem Brandeinsatz „Gebäudebrand groß“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung sichtbar, die auf ein fortgeschrittenes Brandgeschehen hindeutete. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die Lage: Im hinteren Teil eines zweigeschossigen Flachbaus, der zu einem Verein gehört, mit einer Größe von etwa 40 mal 15 Metern kam es zu einer massiven Brandentwicklung. Flammen schlugen bereits aus den Fenstern des Erdgeschosses und hatten auf die darüberliegende Etage übergegriffen. Der Vereinsvorsitzende hatte bis zum Eintreffen der Feuerwehr eigenständig Löschversuche mit mehreren Feuerlöschern unternommen, wurde jedoch umgehend durch den Einsatzleiter aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Das erste Löschfahrzeug erhielt den Auftrag zur Lageerkundung im Innenbereich sowie zur sofortigen Brandbekämpfung und Einrichtung einer Riegelstellung, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Parallel dazu wurden eine Drehleiter sowie ein Tanklöschfahrzeug auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite in Stellung gebracht und ebenfalls zur Riegelstellung eingesetzt. Zeitgleich begann der Aufbau einer Wasserversorgung über lange Wegstrecken. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung sowie zur Bereitstellung weiterer Atemschutzgeräteträger wurden zusätzliche Kräfte und Mittel, insbesondere weitere Tanklöschfahrzeuge, nachgefordert.
Im weiteren Verlauf wurde die Einsatzstelle in drei Einsatzabschnitte gegliedert: die Brandbekämpfung auf der Ostseite mit Innenangriff, die Westseite mit Drehleiter und Außenangriff sowie die Wasserversorgung. Für alle Einsatzabschnitte wurde ein zentraler Atemschutzsammelplatz eingerichtet. Eine besondere Gefahr stellten mehrere Gasflaschen dar, die sich im Gebäude befanden. Diese wurden zunächst vom Vereinsvorsitzenden beschrieben und später durch die Angriffstrupps in großer Anzahl im gesamten Gebäude verteilt aufgefunden. Viele Flaschen konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, während sich einige bereits im Brandbereich befanden und Gas über die Überdruckventile abströmte. Glücklicherweise kam es zu keiner Explosion.

Im weiteren Einsatzverlauf kam es zu einer schlagartigen Brandausbreitung über beide Geschosse. Aufgrund der Gefahr einer möglichen Durchzündung wurde ein sofortiger Rückzug der eingesetzten Trupps angeordnet, auch die Drehleiter musste sich unter anderem wegen der Gefährdung durch die Gasflaschen vorübergehend in Sicherheit bringen. Durch die Brandausbreitung auf der Westseite stand schließlich etwa ein Drittel des Gebäudes in Vollbrand. Mit einem massiven Löschangriff über mehrere Strahlrohre gelang es jedoch, eine Ausbreitung auf das gesamte Gebäude zu verhindern und auch eine Durchzündung im Dachbereich abzuwenden.
Der Einsatz stellte die Feuerwehr vor mehrere Herausforderungen: eine enge Zuwegung mit wenig Platz für die Einsatzfahrzeuge, der zeitaufwendige Aufbau der Löschwasserversorgung über lange Wegstrecke sowie die Tatsache, dass in der Anfangsphase weniger Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung standen als standardmäßig vorgesehen. Hinzu kam die unklare Anzahl an Gasflaschen im gesamten Gebäude, die unübersichtliche Innenstruktur sowie die Bauweise als Stahlskelettkonstruktion, wodurch die Standfestigkeit des Gebäudes nur schwer einzuschätzen war.

Gegen 02:45 Uhr konnte schließlich „Feuer unter Kontrolle“ gemeldet werden, bevor um 05:00 Uhr „Feuer aus“ an die Leitstelle Lausitz durchgegeben wurde. Durch das koordinierte und intensive Vorgehen aller eingesetzten Kräfte konnte eine weitere Eskalation der Lage erfolgreich abgewendet werden. (JK/ RRS)

Foto: Blaulichtreport Elbe-Elster (DW)